Die Preise
- Gutschein für das CAB-Bücherstudio im Wert von 50€
- Kinogutschein für zwei Personen
- USB-Stick mit Hörspiel
- Einkaufgutscheine für den Schulkiosk
 
Das Thema:
Trägt nicht alles, was uns begeistert, die Farbe der Nacht?
(Novalis)
lesen ... sich fragen, was soll das ... erste Ideen ... oder doch nicht ... Farbe der Nacht ... wie war das noch ... was uns begeistert ... ich weiß nicht ... oder so ... Kurzgeschichte ... hm ... jetzt hab ich´s ... ahh, vielleicht ... das ist gut ... mal aufschreiben ... löschen ... nein, speichern ... vorsichtshalber ... gefällt´s dir ... dochdoch ... und morgen ... gar nicht schlecht ... hier schreib ich den Satz vielleicht anders ... schönes Wort ...
Schreibtipps
Ist jede kurze Geschichte eine Kurzgeschichte?
Wir möchten für die Teilnahme am Wettbewerb einige Merkmale der Kurzgeschichte herausstellen, sodass diese Textsorte für Ihre Arbeit greifbar wird. Niemand behauptet, dass die Kriterien vollständig, unveränderlich oder bis ins Letzte festgelegt sind. Benutzen Sie sie einfach als Richtschnur, die Ihnen das Schreiben erleichtert.
Die Kurzgeschichte ist ein Blitzlicht auf eine besondere Lebenssituation
Eine Kurzgeschichte hat nicht viel Platz, weil sie so kurz ist. Wenn Sie einen Stoff für eine Kurzgeschichte suchen, prüfen Sie immer als Erstes, ob Sie einen zusammenhängenden Zeitraum von wenigen Stunden bis hinab zu wenigen Minuten herausgreifen und zu einer spannenden Geschichte formen können.
Es ist klar, dass der geschilderte kurze Zeitraum ein besonderes (schicksalhaftes) Ereignis oder einen Konflikt enthalten muss, das/der die Aufmerksamkeit Ihrer Leser erweckt und sie zwingt, die Geschichte bis zum Ende zu lesen. Es handelt sich um eine besondere Lebenssituation, die etwas in den handelnden Personen verändern wird.
Beispiel:
Ein Kriegskind sucht und findet seinen Vater und konfrontiert dessen Ehefrau mit einer neuen Erkenntnis (besonderes Ereignis/innerer Konflikt)
Entwickeln wir dieses Beispiel:
Direkter Einstieg
Die Kurzgeschichte ist kurz und duldet keine Verschwendung – man kann es nicht oft genug betonen. Werfen Sie den Leser direkt szenisch in die Situation hinein. Erzählen Sie also bitte nicht erst lange von den Kriegswirren, in denen ein deutscher Soldat Trost in den Armen einer Französin gefunden hat und weg war, bevor diese merkte, dass sie schwanger ist. Ihre Geschichte beginnt mit dem Klingeln des Telefons in einem deutschen Haushalt in der späteren Nachkriegszeit. Eine Frau hebt ab. Am anderen Ende der Leitung fragt eine junge Frau mit französischem Akzent nach ihrem Mann.
Eine Kurzgeschichte erzählt sich selbst: im Handlungs- und Dialogstrang bleiben
Der Frau wird im Laufe des Gesprächs einiges klar. Aber halt – jetzt keine Rückblende! Nicht irgendjemanden sätzelang erinnern lassen. Stattdessen schnurstracks die Handlung und den Dialog entwickeln und im Frage- und Antwortwechsel die für die deutsche Frau tragische Erkenntnis aufglimmen lassen, dass ihr Mann eine Tochter mit einer anderen Frau hat.
Eine Kurzgeschichte erzählt sich immer selbst durch Handlung und Dialog – Ihre erklärende Erzählstimme wird nicht benötigt! Stellen Sie sich die Kurzgeschichte beim Schreiben als einen Film vor: Was würden Sie davon halten, wenn sich ständig eine Erzählstimme in Handlung und Dialog des Film mischen würde?
Der Spannungsbogen
Halten Sie den Leser bei der Stange. Er soll zunächst wissen wollen, warum diese junge Frau anruft, dann gespannt darauf sein, welche Wirkung die Information auf die deutsche Frau hat. Unsere Geschichten leben von Spannung! Lassen Sie sie ruhig in den wenigen Minuten des Telefonats mehrere Stadien durchlaufen, von Empörung über Verzweiflung bis hin zu – da kommen wir zum Schluss.
Unvermuteter Schluss
Unsere Protagonistin hat bei der blitzlichtartigen Beleuchtung dieses Lebensabschnitts bereits ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Wir beschließen, ihr einen Rückzug zu gewähren – die Verdrängung. In dem Moment, wo ihr Mann zur Tür hereinkommt, legt sie auf und antwortet auf seine Frage, wer dran war, dass sich jemand verwählt hat. Sie kündigt an, jetzt das Abendessen zuzubereiten (Flucht in die Normalität).
Vielleicht finden Sie das Ende banal. Sicher ist auch ein anderes denkbar. Wichtig ist nur:
Die Frau ist zum Ende der Geschichte nicht mehr dieselbe wie am Anfang: Sie hat eine Wandlung erfahren.
Die Kurzgeschichte in Kürze
- blitzlichtartige Beleuchtung eines ganz kurzen Lebensabschnitts,
- ein schicksalhaftes, besonderes Ereignis und /oder ein Konflikt,
- rascher, szenischer Einstieg,
- ein Ort, ein fortlaufender Zeitstrang,
- keine Rückblende, keine Reflexion,
- Auflösung der gesamten Geschichte in Handlung und Dialog,
- ununterbrochener Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende,
- unvermutetes Ende (Veränderung im Protagonisten/Wendepunkt/Pointe).
Achtung: Dies ist ein Beispiel, an dem gezeigt wird, wie man vorgehen und verfahren kann. Es ist keine Bauanleitung, die auf jede Kurzgeschichte passt!
- Schriftgröße 12,
- Zeilenabstand 1,5,
- Schrifttyp Times New Roman,
- Seitenränder 2,5 cm,
- Umfang max. 3 Seiten.
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